Unterstützung und Hilfe
Man sollte nicht allein mit einer Vermutung oder einem Verdachtsfall umgehen. Beratungsstellen, die sich auf (sexualisierte) Gewalt spezialisiert haben, können helfen, den Verdacht zu konkretisieren und Schutzmaßnahmen einzuleiten. Diese Einrichtungen arbeiten vertraulich und auf Wunsch anonym. Auch Erziehungs- und Familienberatungsstellen sowie das Jugendamt oder der Allgemeine Sozialdienst bieten Unterstützung und vermitteln spezielle Beratungsstellen. Folgende Beratungsstellen können Hilfe und Unterstützung bieten:
Alle Hinweise auf einen Blick: Kostenlose Begleitbroschüre
Hinweise für Eltern und Betreuer*innen
Das Serious Game zielt darauf ab, Kinder und Jugendliche über Täterstrategien bei sexualisierter Gewalt aufzuklären und sie zu befähigen, diese zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Als Eltern oder Jugendleiter*innen/Trainer*innen/ Betreuungspersonen in Vereinen können Sie das Serious Game nutzen, um mit Kindern und Jugendlichen auf einfache und zugängliche Weise über dieses sensible Thema zu sprechen. Durch die Interaktion mit dem Serious Game können Sie einen sicheren Raum schaffen, in dem offene Diskussionen über persönliche Erfahrungen, Ängste und Fragen stattfinden können. Nutzen Sie die Gelegenheit, um gemeinsam mit den jungen Menschen Strategien zu entwickeln, wie sie sich schützen können, und um sie darüber aufzuklären, an wen sie sich im im Verdachtsfall wenden können.
Gerne können Sie Kinder und Jugendliche, die Sie betreuen, auf das Serious Game aufmerksam machen. In den bisherigen Playtests wurde das Serious Game von den Kindern und Jugendlichen sehr positiv aufgenommen. Nachdem die Kinder und Jugendlichen das Serious Game gespielt haben, können Sie im Anschluss gemeinsam die darin behandelten Täterstrategien diskutieren. Auf diese Weise erhalten die Kinder und Jugendlichen ein tieferes Verständnis für die Thematik und lernen, potenziell gefährliche Situationen zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Nutzen Sie dafür beispielsweise die Hinweiskarten zu den Täterstrategien im Serious Game, die spielerisch freigeschaltet werden können (siehe 2.3). Darüber hinaus bietet das Serious Game auch Erwachsenen eine wertvolle Gelegenheit, sich aktiv an der Prävention von sexualisierter Gewalt zu beteiligen. Durch das Spielen und durch den Dialog über das Serious Game können Sie nicht nur ein tieferes Verständnis für die Herausforderungen junger Menschen entwickeln, sondern auch konkrete Schutzmaßnahmen zur Förderung eines sicheren und respektvollen Umfelds für Kinder und Jugendliche in ihrer Institution erarbeiten. Somit kann das Serious Game nicht nur als pädagogisches Werkzeug zum Empowerment von Kindern und Jugendlichen dienen, sondern auch als wirksames Instrument zur Förderung eines sicheren und respektvollen Umfelds für Kinder und Jugendliche. Weitere Informationen zur Entwicklung präventiver Maßnahmen und zur Erstellung eines Schutzkonzepts für Ihre (ehrenamtliche) Organisation finden Sie im Online-Kurs "Schutzkonzepte zur Gewaltprävention im ehrenamtlichen Kontext" auf der Webseite der Kinderschutzplattform im Saarland unter: https://kinderschutz-im-saarland.de/
Ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Sicherheit und dem Wohlbefinden unserer Kinder und Jugendlichen erfordert nicht nur Aufklärung über potenzielle Risiken, sondern auch eine offene Kommunikation über sensible Themen. Eltern spielen eine entscheidende Rolle bei der Förderung eines Umfelds, in dem Kinder lernen können, ihre eigenen Grenzen zu setzen und auf ihre Gefühle zu vertrauen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass Eltern ihre Kinder für potenziell manipulatives Verhalten sensibilisieren und eine offene Kommunikationsatmosphäre schaffen. Das Serious Game bietet eine gute Möglichkeit, diese sensiblen Themen aufzugreifen. Die im Serious Game dargestellten Täterstrategien können durch die Hinweiskarten thematisch aufgegriffen werden, um Kinder und Jugendliche altersgerecht über sexualisierte Gewalt aufzuklären. Kinder und Jugendliche benötigen Informationen und klare Erklärungen, um falsches Verhalten zu erkennen und benennen zu können.
Im Folgenden werden einige allgemeine Hinweise und Handlungsempfehlungen für Eltern und Betreuer*innen vorgestellt, um einen bewussten und unterstützenden Beitrag zur Prävention (sexualisierter) Gewalt zu leisten.
Umgang mit manipulativem Verhalten: Zeigen Sie auf, wie zwanghaftes, manipulatives oder bedrohliches Verhalten aussehen kann, zum Beispiel durch Aussagen wie "Wenn du das nicht für mich tust, werde ich nicht mehr dein Freund sein" oder "Du darfst nicht mehr zu mir nach Hause kommen." Betonen Sie, dass solche Verhaltensweisen nicht akzeptabel sind.
Offenheit für Tabuthemen: Stellen Sie klar, dass es keine Tabuthemen gibt und Sie jederzeit für Gespräche zur Verfügung stehen. Fördern Sie eine offene Kommunikationsatmosphäre, in der sich alle sicher fühlen, auch über schwierige Themen zu sprechen.
Vertrauen in Gefühle stärken: Wenn unklar ist, ob ein Verhalten Teil einer Täterstrategie ist, erklären Sie, dass man immer einen vertrauenswürdigen Erwachsenen ansprechen kann, selbst wenn man unsicher ist. Betonen Sie die Bedeutung davon, auf die eigenen Gefühle zu hören.
Qualitäten einer gesunden Beziehung: Erörtern Sie die "Qualitäten einer gesunden Beziehung". Dies fördert das Verständnis für positive zwischenmenschliche Beziehungen und stärkt die Fähigkeit, gesunde von ungesunden Verhaltensweisen zu unterscheiden.
Nach Schutzkonzepten fragen: Erkundigen Sie sich bei den Einrichtungen, in denen Sie aktiv sind oder in denen Ihre Kinder Zeit verbringen, nach vorhandenen Schutzkonzepten gegen (sexualisierte) Gewalt. Dies kann dazu beitragen, die Etablierung präventiver Maßnahmen zu unterstützen. Es spricht für die Qualität und Offenheit einer Einrichtung, wenn diese sich mit sexualisierter Gewalt befasst. Verantwortung für Kinderschutz heißt an Schutzkonzepten zu arbeiten, bevor etwas vorgefallen ist. Schon mit der Frage nach einem Schutzkonzept machen Sie einen ersten konkreten Schritt gegen sexualisierte Gewalt.
Durch folgende Fragen können Sie mit der Einrichtungsleitung/ den Vorständen, den Fachkräften und auch mit anderen Müttern und Vätern ins Gespräch kommen (übernommen aus ):
- Gibt es Regeln, wie Erwachsene auf die persönlichen Grenzen von Kindern und Jugendlichen achten könnten?
- Gibt es vergleichbare Regeln für den Umgang der Kinder und Jugendlichen untereinander?
- Werden Elternabende zum Thema (sexualisierte) Gewalt und Möglichkeiten der Prävention angeboten?
- Gibt es schon Präventionsprojekte für Kinder und Jugendliche?
- Werden die Mitarbeitenden der Einrichtung fortgebildet?
- Mit welcher Beratungsstelle arbeitet die Einrichtung in konkreten Fällen von (sexualisierter) Gewalt und bei Fragen der Prävention zusammen?
- Gibt es Ansprechpersonen innerhalb und außerhalb der Einrichtung für Kinder und Jugendliche bzw. Eltern und Fachkräfte, wenn diese Grenzverletzungen oder sexualisierte Übergriffe beobachten oder aufgrund anderer Hinweise vermuten?
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass einige Inhalte bei den Spieler*innen starke emotionale Reaktionen hervorrufen können. In solchen Fällen ist es wichtig, dass Eltern und Betreuer*innen angemessen reagieren und Unterstützung anbieten.
Was tun, wenn ein Kind/Jugendlicher getriggert wird?
Ruhe bewahren: Zeigen Sie Verständnis und bleiben Sie ruhig. Signalisieren Sie dem Kind/Jugendlichen, dass es in Sicherheit ist und dass seine Gefühle ernst genommen werden.
Gespräch anbieten: Bieten Sie dem Kind/Jugendlichen an, über das Erlebte zu sprechen. Stellen Sie offene Fragen und hören Sie aufmerksam zu, ohne zu drängen.
Gefühle validieren: Bestätigen Sie die Gefühle des Kindes/Jugendlichen und machen Sie ihm klar, dass es völlig normal ist, sich durch solche Themen beunruhigt oder verängstigt zu fühlen
Pausen ermöglichen: Ermutigen Sie das Kind/den Jugendlichen, eine Pause einzulegen oder das Spiel ganz zu beenden, wenn es sich unwohl fühlt.
Professionelle Hilfe: Wenn das Kind oder der Jugendliche anhaltende Schwierigkeiten hat oder stark belastet ist, sollte nicht gezögert werden, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Psychologen, Therapeuten und Beratungsstellen können wertvolle Unterstützung bieten.